Folge 3

Sind alle Digitalen Nomaden Minimalisten?

 von  | April 8, 2020 | Podcast | 0 Kommentare

 

Was hat Digitales Nomadentum mit Minimalismus zu tun? Sind alle Digitale Nomaden Minimalisten? Wie lebt es sich mit so wenig materiellem Besitz? Was haben wir immer dabei, was andere überraschen mag und vor allem, warum Minimalismus mit so viel mehr als nur mit dem Gepäck zu tun hat, darum geht es in der heutigen Folge unseres Podcasts. Vom Minimalismus im Gepäck bis hin zum Minimalismus im Kopf, von der Pfeffermühle bis hin zu den 50 offen Tabs am Laptop. Wir reden darüber, wie sich unser Konsumverhalten verändert hat, wann wir Dinge kaufen und warum und geben Tipps für mehr Minimalismus im Alltag, egal wo man gerade lebt.

Transkript der 3. Folge

00:00:02

Carolin: Mit Psychologie und Laptop

00:00:06

Sonia: um die Welt. Ein Podcast von und mit Sonia und

00:00:09

Carolin: Carolin. Zusammen haben wir einige Titel zu bieten.

00:00:13

beide: Diplom-Psychologin

00:00:14

Sonia: Psychologische Psychotherapeutin

00:00:16

Carolin: Buddhistische Therapeutin und Autorin.

00:00:19

Sonia: Ach ja und einen Doktortitel hab ich auch noch.

00:00:22

Carolin: Als digitale Nomadinnen beraten wir unsere Klienten statt ganz klassisch in einer Praxis über die weiten Welten des Internets 

00:00:30

Sonia: Und erkunden dabei seit vielen Jahren unsere wunderbare Welt. Immer mit dabei unser Laptop

00:00:35

Carolin: Und natürlich die Psychologie. 

00:00:43

Sonia: Alle Digitalen Nomaden sind Minimalisten.

00:00:46

Carolin: Du reist doch auch nur mit Handgepäck oder Sonia?

00:00:48

Sonia: Klar sonst wäre ich ja kein digitaler Nomade oder? Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Folge von

00:00:54

Carolin: Mit Psychologie und Laptop

00:00:56

Sonia: um die Welt

00:00:57

Carolin: Und heute besprechen wir ob alle digitale Nomaden eigentlich Minimalisten sind.

00:01:02

Sonia: Und was Minimalismus überhaupt eigentlich ist und wie das mit digitalem Nomadentum vielleicht zusammenhängt oder auch nicht.

00:01:08

Carolin: Genau. Was ist denn eigentlich ein Minimalist? Wie viele Dinge hast du denn Sonia?

00:01:13

Sonia: Da müsste ich erst mal nachzählen was ich dir sagen kann ist dass ich mit einem großen und einem kleinen Rucksack reise. Mein großer Rucksack wiegt zurzeit ungefähr 14 Kilo und der Kleine so um die vier glaube ich. In dem Kleinen ist die Elektronik drin so das Büro wie du es immer so schön nennst. Im Großen das ganze Leben die Kleidung bei mir auch noch die Yogamatte und ein paar andere Sachen die es manchmal etwas schwerer machen. Da ich auch häufiger in kältere Klimazonen Reise auch ein bisschen wärmere Kleidung. Genau aber insgesamt komme ich also auf unter 20 Kilo Gepäck. Dazu habe ich aber tatsächlich auch noch an diversen Orten auf der Welt ein paar Sachen gelagert besonders für die kalte Zeit. Ein bisschen warme Kleidung. Jetzt demnächst werde ich mir in Deutschland einen Mantel noch holen der noch bei meinem Vater auf mich wartet

00:02:03

Carolin: Ok, du versucht also mit deinem Gepäck eigentlich für alles gewappnet zu sein.

00:02:07

Sonia: Absolut ja ich möchte ich habe alles dabei ich hab mein Leben ist in meinem Rucksack und mit meinem Rucksack und insofern ist mir natürlich auch wichtig dass ich vorbereitet bin. Womit reist du denn so?

00:02:18

Carolin: Ich habe genau wie du auch zwei Rucksäcke ein Büro und ein ein Zuhause sozusagen der große Rucksack würde ich sagen wiegt derzeit vielleicht zwölf Kilo. Der kleine drei. Also ich komme auf fünfzehn Kilo insgesamt vielleicht. Ich reise allerdings auch noch mit meiner Gitarre. Also ich hab sozusagen vorne einen Rucksack hinten einen Rucksack und dann noch eine Handvoll. Und derzeit versuche ich mich auch oder eigentlich immer schon versuche ich mich auf alles vorzubereiten. Das heißt ich habe kurze Hosen dabei Ich habe lange Hosen dabei Ich habe was für die Kälte und was für die Wärme was fürs Wasser und für die Berge und natürlich noch so diverse Kleinigkeiten die man so mit sich herumträgt und die man auch gar nicht gerne missen möchte. Gibt’s bei dir denn so Sachen auf die du auf gar keinen Fall verzichten möchtest?

00:03:05

Sonia: Die Yogamatte habe ich schon erwähnt wobei es schade finden dass diese Reisematten so dünn sind manchmal etwas anstrengend wenn man dann doch viel Yoga macht für die Knie oder die Gelenke. Aber meine Yogamatte ist für mich auf jeden Fall ein wichtiges Gepäckstück. Ansonsten vielleicht mein Taschenmesser noch das habe ich sehr gerne dabei auch wenn ich es nicht ständig nutze aber je nachdem wo man so ist und wie die Küchen ausgestattet sind oder welche Weinflasche man kauft ist es dann doch ganz praktisch wenn man so etwas dabei hat. Was auch für mich ein Grund ist warum ich z.B. nicht mit nur Handgepäck reisen wollen würde oder könnte. Denn Messer sind im Handgepäck dann doch etwas schwierig.

00:03:39

Carolin: Ich glaube ich könnte ohne meine Pfeffermühle nicht reisen auch wenn das manchmal vielleicht ganz komisch klingt und die Leute vielleicht auch zum Lachen bringt wenn man dass man mit seiner eigenen Pfeffermühle reist aber es ist halt etwas was man sich nicht an jedem Ort mal ebenso ganz schnell kaufen kann bzw. was man nicht überall sofort da hat oder nicht in jedem Airbnb ist und

00:03:59

Sonia: Pfeffer hab ich auch im Rucksack. Ich habe keine Mühe aber ich habe immer eine kleine Tüte mit Pfeffer die ich dann nachfülle wenn ich irgendwo bin wo es Pfeffer gibt.

00:04:06

Carolin: Aber dafür habe ich gesehen dass seine Kaffeemühle.

00:04:09

Sonia: Das stimmt. Dafür habe ich seit ein paar Monaten eine Kaffeemühle weil ich tatsächlich sehr gerne guten Kaffee trinke und ich den auch tatsächlich den Geruch von frisch gemahlenem Kaffee so liebe. Deswegen gibts bei mir jetzt seit kurzem eine Kaffeemühle.

00:04:22

Carolin: Aber wenn wir jetzt mal so ganz allgemein über digitale Nomaden sprechen dann haben wir natürlich bestimmt auch schon einiges gesehen oder so mit was für Gepäck Leute reisen. Ich habe z.B. auch digitale Nomaden schon gesehen die mit ihrem Surfboard ankamen.

00:04:34

Sonia: oh ja. Mit Tauchausrüstung und mit Surfboard. Ich kenne jemanden der reist mit einem Küchenmixgerät irgendwie einer Küchenmaschine. Es gibt nichts was es nicht gibt.

00:04:46

Carolin: Es gibt nichts was es nicht gibt.

00:04:47

Sonia: Also insofern sind digitale Nomaden vielleicht was das Gepäck angeht nicht alle Minimalisten wobei ich auch ein Freund von mir reist mit acht Kilo das ist sein ganzes Gepäck auch natürlich Handgepäck nur. Und dem sieht man das jetzt auch nicht anders der weniger Kleidung hat als ich oder dass es weniger Sachen hat. Was allerdings macht ist dass er häufiger Sachen vor Ort kauft und dann auch da lässt während ich glaube wir beide mit ein paar Sachen wie der Pfeffermühle zum Beispiel die denn auch einfach mitnehmen und weiterreisen. Oder ich trage Kontaktlinsen. Ich möchte mir gern die große Flasche Kontaktlinsenflüssigkeit kaufen statt jedes Mal eine neue Flasche zu kaufen wenn ich irgendwo neu ankomme. Das sind so die kleinen Sachen aber am Ende wenn wir ganz ehrlich sind dann ist doch total egal ob jetzt mit 8 oder 15 Kilo reisen. Es ist mit Sicherheit so dass wir weniger besitzen als die allermeisten Menschen auf der Welt.

00:05:34

Carolin: Definitiv was mich interessieren würde wie viele Kilogramm lagerst Du denn bei anderen Leuten im Verhältnis zu dem was du mit dir rumträgst. Was glaubst du wie viele Kilogramm hast du woanders gelagert?

00:04:43

Sonia: Also was Kleidung angeht sehr wenig ich hab tatsächlich also ich habe strategisch günstig auf drei

00:05:48

Carolin: überall auf der Welt verteilt

00:05:50

Sonia: an drei Orten auf der Welt an die ich regelmäßig zurückkehre habe ich eben so etwas wie ein bisschen Winterkleidung jeweils gelagert aber das sind dann ein dicker Pulli oder ein Mantel oder mal zwei Sachen das ist nicht so wahnsinnig viel wobei solche Dinge natürlich schwer sind wenn wir jetzt von Kilo reden. Oder mal noch ein anderes Paar Winterschuhe. Ich habe aber auch noch ein paar Sachen gelagert wie ein paar Möbelstücke die ich gerne behalten wollte oder die ich nicht verkauft habe bevor ich los bin. Und Fotoalben habe ich überwiegend ein eingescannt und digitalisiert. Aber ich glaube da hab ich auch noch ein paar bei denen ich einfach noch nicht dazu gekommen bin. Ein paar ganz wenige Bücher die ich behalten habe. Ich besitze auch noch ein E-Piano ein Klavier das ist bei einem Freund gelagert auch einen schönen Sessel den ich mir mal gekauft hatte den ich gerne falls ich irgendwann wieder ein Zuhause habe. Und ein paar tatsächlich Küchensachen. Ich habe auch bei Freunden eine Nähmaschine zum Beispiel denen geliehen als Dauerleihgabe bis ich vielleicht irgendwann mal die wieder brauche und ein paar Küchensachen wie so eine richtig schöne Römertopf und überhaupt solche. Also ich koche sehr gerne und das sind natürlich Sachen bei denen es sich nicht wirklich lohnt die zu verkaufen. Wenn man dann vielleicht irgendwann nie wieder brauchen könnte

00:07:02

Carolin: Es hält sich also trotzdem sehr gut die Waage Du hast den Minimalismus auch in den gelagerten Sachen fast schon reingebracht zumindest du sie werden genutzt Sie stehen nicht irgendwo rum und verstauben

00:07:11

Sonia: Genau. Ne, ich habe schon versucht das irgendwie sinnvoll zu lösen und gleichzeitig bin ich jetzt kein Mensch der sagt Ich muss unbedingt alles loswerden und ich muss darf auf gar keinen Fall was besitzen ich finde das sind auch Sachen die ändern sich immer wieder. Es gibt Phasen wo ich eben mal mit mehr Sachen Reise mal mit weniger Sachen. Ich finde man darf das nicht zu streng nehmen und sich da zu sehr einengen auf nur Genau so darf man als digitaler Nomade reisen das ist ja auch wichtig wenn man Hobbys hat dass man sie auch noch ausleben kann z.B.

00:07:42

Carolin: Definitiv und sind wir mal ganz ehrlich es geht ja eigentlich auch gar nicht um die Kilogramm Anzahl oder um die Zahl der Gepäckstücke die wir haben oder wie viele Hosen und wieviele T-Shirts oder Surfboard oder nicht. Sonndern es geht ja eigentlich eher um das Gefühl was damit einhergeht, ne. Dieser Minimalismus ist ja nichts was man mit Zahlen zwangsläufig messen kann sondern es geht mir persönlich vor allen Dingen darum und das merke ich auch bei vielen anderen Leuten dass die Dinge oder gerade halt ich fange anders an. Mir geht es vor allen Dingen darum dass dadurch dass ich die Dinge tragen muss ich mich wirklich entscheide ob das Sinn macht dieses Ding zu behalten. Packe ich das auf meinen Rücken oder trage ich das eine ganze Weile umher wenn ich von A nach B reise und wenn jemand bereit ist 20 oder 40 Kilo zu tragen ist es natürlich auch okay. Aber dadurch dass ich das so ein bisschen anwende und versuche herauszufinden ob ich die Dinge wirklich brauche und verwende habe ich halt tatsächlich auch alles Sachen in meinem Rucksack die ich entweder benötige oder die ich zumindest mag aber nichts nutzloses Zeug. Während wenn man an einem Ort wohnt dann füllen sich die Schränke ja fast von selbst.

00:08:49

Sonia: Und dir geht es bestimmt auch so dass du tatsächlich einfach genau weißt was du besitzt. Also wir könnten wahrscheinlich beide sehr genau hier ausbreiten was wir haben und das tun wir wahrscheinlich auch beide regelmäßig. Also ich mache es auf jeden Fall regelmäßig dass ich durch meinen Rucksack durchgehe und prüfe brauche ich das noch nutze ich das noch möchte ich das noch behalten. Zurzeit habe ich zum Beispiel ein paar zusätzliche Sachen in meinem Rucksack weil Weihnachten kurz bevorsteht und ich auf meinen Reisen jetzt gedacht habe na ja es ist so nah dran es lohnt sich jetzt ein paar kleine Geschenke einzusammeln und das sind natürlich Sachen die dann sonst nicht in meinem Rucksack drin sind und gleichzeitig dieses regelmäßig durchgucken und regelmäßig entscheiden was hab ich was brauche ich was möchte ich behalten das ist natürlich eine sehr schöne Art und Weise mit seinem Besitz auch anders umzugehen den anders zu schätzen. Mir geht es ganz klar so dass ich so ziemlich jedes Kleidungsstück was ich besitze auch einfach wirklich mag. Und auch trage. Also natürlich gibt es Sachen die ich seltener trage als andere aber wie ist das denn bei dir. Wieviel Kleidung hast du denn so kannst du für könntest du dich jetzt drei Wochen ohne Waschen Anziehen oder bist du auch eher so eine Woche und dann muss wieder gewaschen werden?

00:09:56

Carolin: Zehn Tage würde ich schaffen glaub ich. Ich habe zwei Hosen ich habe mehrere T-Shirts und natürlich auch längere Shirts dabei. Aber ich muss auch wirklich sagen dass selbst wenn ich so wenig benutze sich da auch mein Konsumverhalten verändert hat die Dinge die ich habe sind nicht ganz so wie früher. Ich trag andere Sachen vielleicht auch ich trag die Sachen länger. Ich bin gar nicht so schnell von den Dingen gelangweilt die ich hab. Früher war ich vielleicht eher so dass ich brauch mal ein neues T-Shirt. Ich will mal was anderes sehen das ist jetzt gar nicht mehr so wichtig. Ich kaufe vielleicht auch qualitativ bessere Sachen. Also ganz so wichtig erscheint es mir irgendwie nicht mehr. Vielleicht hat das auch damit zu tun dass es einfach weniger Sachen sind und ich mir weniger Gedanken darüber machen muss.

00:10:38

Sonia: Also das mit der Qualität kann ich nur sehr bestätigen. Mir geht es klar so dass ich eigentlich nur neue Sachen kaufe wenn die alten kaputt sind. Allerdings ist es auch so dass wenn man die Sachen wirklich jede Woche jeden Tag oder sehr häufig trägt und dann auch noch in fremden Ländern waschen lässt oder selber wäscht je nachdem wo man so ist. Dann halten die Sachen leider auch nicht ganz so lang gefühlt sodass man dann doch irgendwie also bei mir hält ne Jeans zurzeit auch nur zwischen sechs Monate und einem Jahr je nachdem wo ich die gekauft habe und wie die wie oft ich die natürlich trage. Und da ist es dann so ein bisschen das Problem mit dem Minimalismus oder mit dem sehr wenig Gepäck dass wenn dann die Jeans dummerweise in einem Land reißt wo es nicht so leicht ist eine neue zu kaufen dass dann schon sehr hilfreich ist eine zweite im Gepäck zu haben. Aber grundsätzlich kann ich sehr bestätigen dieses Gefühl von Ich glaube eigentlich ein Gefühl von ich mache mir so viel weniger Gedanken darüber was ich trage. Ich weiß die Sachen die ich trage die mag ich die gefallen mir die passen mir. Und im Grunde trage ich das was gerade sauber ist und was dem Wetter entspricht und ich denke da kaum drüber nach. Also dieses kennst du bestimmt auch noch von früher man steht vor dem Schrank und hat das Gefühl man hat einen vollen Schrank aber nichts anzuziehen. Die meisten Menschen vielleicht kennen unsere Zuhörer das auch. Man zieht am Ende eh immer dasselbe an. Es ist ganz egal wie viel man hat und gleichzeitig hatte ich immer dieses schlechte Gewissen wenn ich dann die Sachen im Schrank gesehen habe die ich aber eigentlich gar nicht nutze oder die mir nicht mehr passen oder die mir nicht mehr gefallen. Und das finde ich ist ein Riesenvorteil von diesem sehr reduzierten Kleiderschrank den wir im Prinzip haben. Dass ich wirklich nur Sachen habe die mir gefallen und die mir ein gutes Gefühl geben und wo ich gleichzeitig aber auch nicht ewig vor dem Spiegel stehen muss oder möchte um zu probieren um auszuprobieren ob das jetzt zu dem passt oder nicht weil ich hab eigentlich nur Sachen die zusammenpassen denn sonst könnte ich die nicht gut kombinieren. Und ich habe alle schon so oft getragen dass ich auch weiß wie ich darin aussehe. Also dann kommt noch vielleicht hinzu dass die meisten Wohnungen gar keine guten Spiegel haben wenn man so unterwegs ist insofern ist es vielleicht auch ganz passend aber für mich ist das tatsächlich ein große eine große Veränderung durch dieses Leben ist dass es mir einfach nicht mehr so wichtig ist was ich trage dass ich daran nicht so viele Gedanken verschwende was auch dadurch beeinflusst wird dass die Leute um mich herum natürlich wenn man ständig unterwegs ist das kennen vielleicht viele auch aus dem Urlaub oder aus kürzeren Reisen. Die Menschen wissen ja nicht was man gestern getragen hat. Das fällt ja keinem auf wenn man jeden Tag dasselbe anhat. Und insofern einfach ein bisschen mehr danach zu gehen wonach ihm gerade ist und was sauber ist. Ich finde das sehr entspannend

00:13:11

Carolin: Du kannst deine Gehirnkapazität für andere Dinge nutzen nicht wahr

00:13:14

Sonia: Genau und die braucht man ja als digitaler Nomade auch für sehr viele andere Sachen im Alltag so viele Herausforderungen über die wir in zukünftigen Folgen auch noch reden werden. Ich bin sehr froh dass ich zumindest diese eine Herausforderung nicht habe. Aber Du hast vorhin noch etwas angesprochen und zwar das Konsumverhalten. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf Kleidungsstücke. Was ich eine total spannende Nebenwirkung des digitalen Nomadenlebens finde ist die Tatsache dass ich inzwischen an ganz vielen Geschäften einfach vorbeigehen kann ohne zu denken das will ich haben oder ohne dieses Gefühl zu haben das möchte ich jetzt kaufen. Ich kann an diesen ganzen ich sag mal schönen Einrichtungsgeschäften diesen kleinen süßen Läden die es überall gibt wo man vielleicht auch in einem fremden Land wo es besonders tolle einheimische Sachen gibt. Natürlich kann ich da immer noch hingehen und denken Ach wie schön und wenn ich ein Haus hätte oder eine Wohnung dann würde ich mir davon vielleicht etwas kaufen aber ich kann inzwischen total gut da hingehen und mich an den Sachen erfreuen ohne dieses Gefühl zu haben das brauche ich das möchte ich und diesen Drang zu verspüren dass ich da unbedingt das selber besitzen möchte. Und das finde ich eine ganz spannende und sehr schöne Nebenwirkung dieses Lebens.

00:14:22

Carolin: Und das ist aber auch eine Nebenwirkung die manchmal sehr irritierend für andere Leute sein kann vor allen Dingen wenn man Besuch von zu Hause bekommt oder wenn man zu Hause zu Besuch ist. Die Leute können es nicht wirklich nachvollziehen mir geht es nämlich ganz genau genauso wie dir. Ich habe da auch das gleiche Gefühl Ich laufe an den Sachen vorbei und Nummer eins Ich lehne viele Sachen die mir gezeigt werden Schau mal das passt zu dir ich lehnen sie ab weil ich sage ich kann und möchte sie nicht tragen. Und zweitens Ich weiß auch nicht ob du das auch machst aber ich stelle mir die Dinge in ihrer Ganzheit vor und sag immer so dieser eine Pullover oder dieses schöne Ding verändert mein Leben nicht es macht es stellt es jetzt nicht auf den Kopf und die Welt dreht sich deswegen noch lange nicht anders rum. Ich kann das aushalten so war es zumindest am Anfang und jetzt momentan hab ich auch das Gefühl ich kann mich wunderbar zu Sachen freuen ich kann Kunst oder oder oder schönes Handwerk unglaublich zu schätzen wissen aber ich muss es deswegen nicht haben. Weil ich brauche es einfach tatsächlich auch nicht

00:15:19

Sonia: Absolut. Vor kurzem ging es mir genau andersherum sozusagen mal ausnahmsweise weil ich mir eben vorgenommen hatte ich bringe mal ein paar Geschenke mit. Wenn man dann doch vom anderen Ende der Welt zurückkommt und Freunde und Familie besucht dann ist es ja auch nett etwas mitzubringen. Aber dann in Geschäfte zu gehen und wirklich was kaufen zu müssen und sich überlegen was und wie viel davon kann ich tragen und wie schwer ist das und gleichzeitig habe ich aber auch noch zwei drei Länder zwei drei Reisen vielleicht bevor ich die Leute sehe. Was kann man also kaufen was möglichst leicht ist und nicht so viel Platz wegnimmt und trotzdem vielleicht ein ganz nettes Geschenk ist. Ich muss sagen das kostet ganz schön viel Zeit und Energie und ich bin froh dass ich das für mich selber und auch für die Menschen um mich herum nur ganz selten mache.

00:16:00

Carolin: Da bin ich dann eher so die Person ich schicke Pakete wenn ich wirklich irgendwo länger bleibe dann suche ich mehrere Sachen aus packe ein Päckchen und auf Wiedersehen dann brauche ich es wenigstens nicht tragen.

00:16:10

Sonia: Ja stimmt das habe ich auch schon gemacht.

00:16:13

Carolin: Jetzt ist natürlich Minimalismus ein Konzept was nicht oder ein Lebensstil der nicht nur unbedingt auf das Gepäck oder auf das was man besitzt übertragen werden kann sondern natürlich auch wie viel Minimalismus hab ich vielleicht im Kopf in den Gedanken oder ganz allgemein auch in meiner Arbeitsweise.

00:16:32

Sonia: Ja ich finde es so lustig. Dieser Freund der mit nur acht Kilo reist er und seine Freundin die reisen beide mit sehr wenig. Also die streiten sich dann darüber weil sie hat 10 und er hat nur acht oder so. Aber im Prinzip die reisen beide nur mit Handgepäck mit ganz wenig Gepäck. Aber sie zum Beispiel von ihr weiß ich dass sie typischerweise wenn sie ihren Laptop wenn sie arbeitet und am Laptop sitzt dass sie so 20 bis 50 Tabs oben hat in drei verschiedenen Fenstern. Und das finde ich dann eine spannende Diskrepanz zwischen diesem Ich bin Minimalist in den Dingen die ich besitze aber in der Art und Weise wie ich mich verhalte und wie ich vielleicht arbeite oder denke bin ich so überhaupt kein Minimalist.

00:17:11

Carolin: Minimalismus ist ein großes Konzept nicht wahr und eben auch im Kopf Minimalismus zu haben ist auch etwas was ich mit den Jahren mehr gelernt habe ich versuche mich mehr auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Nicht unbedingt Multitasking zu betreiben oder mehrere Sachen gleichzeitig zu organisieren sondern zu versuchen bei einzelnen Dingen zu bleiben und lieber Sachen der Reihe nach abzuarbeiten. Das finde ich gibt mir auch ein entspannteres Gefühl für den für den Kopf. Also einfach mehr Ruhe bringt das allgemein rein genauso wie es Ruhe auch in meinen Alltag bringt wenn ich mich nicht unbedingt ständig mit mit Dingen beschäftige die ich haben möchte oder die ich brauche. Also es ist im Kopf Ruhe die da rein kommt dadurch dass ich nicht an fünf Dinge gleichzeitig denke.

00:17:55

Sonia: Und das ist glaube ich auch das was ich jedem sehr empfehlen kann. Also natürlich kann es total toll sein den Kleiderschrank auszumisten das zu reduzieren was man besitzt. Ich habe es hier vorhin gerade in der Wohnung in der wir gerade sind hier in Rom gesehen. Die haben hier so viele Sachen es ist ganz eindeutig eine Wohnung in der jemand auch häufiger mal ist die dann in der Zwischenzeit eben vermietet wird. Da sind diese Elektronikschubladen und diese anderen Schubladen wo so Kleinzeug drin ist und die Bedienungsanleitungen und all diese Sachen die wir natürlich nicht haben wenn wir reisen weil sowas nehmen wir natürlich nicht mit. Und wenn dann finden wir vor Ort eben in der Küche Dinge die wir brauchen oder kaufen uns mal was. Aber ich glaube dass die allermeisten Zuhörer die vielleicht jetzt nicht nur aus dem Rucksack leben oder aus dem Koffer dass die wahrscheinlich sehr viel zuhause haben wo sie mal wieder ausmisten könnten. Und das ist eine ganze Menge Arbeit. Also ich hab das ja gemacht ich hatte eine Wohnung Ich hatte eine große Wohnung mit viel Zeug. Und ich hab das gemacht und hab gleichzeitig festgestellt wie befreiend das ist wenn man Sachen loslässt und wenn man Sachen weg gibt und es gibt Sachen wo es mir schwerer gefallen ist z.B. Bücher fand ich ganz schwer zu sagen die lasse ich los ich gehen weil ich hab immer Bücherwände gehabt und fand es immer toll umgeben zu sein von meinen Büchern. Und trotzdem war es auch okay die dann gehen zu lassen und den vielleicht ein schönes neues Zuhause zu verschaffen. Aber das ist etwas was ich wirklich jedem sehr empfehlen kann es einfach regelmäßig so einen Frühjahrsputz oder wie auch immer man es nennen möchte einfach mal ein bisschen auszumisten. Und gerade beim Kleiderschrank glaube ich könnten es die allermeisten sehr gut gebrauchen.

00:19:25

Carolin: Oh ja definitiv. Ich kenne das bei mir auch. Ich hab ja vor zwei Jahren fünf Monate auf Sri Lanka gelebt und ich fand das unglaublich faszinierend wie schnell sich wieder so Zeug ansammelt. Nur in fünf Monaten ist es so Kleinkram hier mal ich kann dir nicht mal sagen was es war. Ich weiß nur dass ich vor dem ganzen Zeug stand und dachte Wo kommt ihr her. Es ist hier irgendwie mal ein Kleid geschenkt bekommen da mal irgendwas fürs Bad. Und jedes Mal da vorzustehen und sich das Ding anzuschauen und zu sagen okay du wiegst 150 Gramm von dir gibts noch zehn andere bist du es wert dass ich dich mitnehme brauche ich dich in den nächsten Monaten. Und für mich ist es auch jedes Mal so. Je länger ich an einem Ort bleibe desto schwerer fällt mir das wieder wieder zu evaluieren und wieder zu schauen. Wenn ich jede Woche unterwegs bin passiert das halt nicht ganz so schnell dass sich irgendwas ansammelt und da dann wieder klar Schiff zu machen und zu sagen okay du kommst mit und du bleibst hier ich schmeiß die Sachen dann auch für gewöhnlich nicht weg sondern ich such ihnen einen neuen Besitzer. Und meistens freut sich dann auch jemand da kann ich dann dieses Weggeben oder Loslassen mit einem positiven Gefühl verbinden mit jemand anderen der sich darüber freut und dem es von Nutzen sein kann. Aber manchmal habe ich halt wirklich das Gefühl dass auch dieses Loslassen so oft wie ich es schon gemacht habe manchmal auch gar kein Stück leichter wird.

00:20:59

Sonia: Ich habe den Eindruck es hilft total wenn man schon in der passenden Stimmung ist. Es gibt eine Stimmung die hilft beim Ausmisten und es gibt eine Stimmung bei der es ganz schwer ist .Wenn man also schon mal so eine Grundstimmung hat wo man denkt jetzt könnte ich das mal machen und dann auch ran geht dann fällt mir das viel leichter und wenn ich dann erst mal drin bin dann geht es wie von alleine weiter das finde ich sehr einfach und das macht mir dann auch wirklich Spaß. Aber es geht nicht immer und nicht mit allem. Und ich merk auch es gibt so Sachen und das sind natürlich bei mir dann Kleinigkeiten über die andere vielleicht jetzt nur lachen könnten aber es gibt immer mal so Sachen wo ich denke ich glaube eigentlich das brauche ich gar nicht mehr unbedingt oder das nutze ich ganz selten. Aber ich bin noch nicht bereit es loszulassen. Also kommt es mal noch mit und dann wird es noch ein halbes Jahr weiter geschleppt obwohl ich es nicht verwendet habe. Aber am Ende reden wir da von einem Kilo mehr oder weniger vielleicht und wahrscheinlich noch weniger. Und da bin ich gerne bereit das dann zusätzlich zu tragen. Vielleicht kann man zusammenfassen dass uns als digitalen Nomaden der Minimalismus vielleicht ein bisschen mehr in die Wiege gelegt ist oder einfach Teil des Lebensstils ist. Aber ich glaube dass jeder ein bisschen für sich in seinem Alltag versuchen kann zu gucken wo er ein bisschen minimalistischer sein kann und wir glaub ich wirklich alle davon profitieren könnten. Einerseits weniger Dinge zu besitzen aber auch im Kopf einfach ein bisschen aufzuräumen. Du meditierst zum Beispiel sehr gerne und regelmäßig und nutzt es auch in deiner Arbeit mit deinen Klienten. Da geht es ja auch nicht nur darum wenig zu besitzen sondern eben auch im Kopf ein bisschen anders minimalistischer vielleicht unterwegs zu sein.

00:22:23

Carolin: Meditation ist ja sowieso etwas was sehr mit dem Buddhismus assoziiert wird. Auch so Begriffe wie Achtsamkeit hat jeder bestimmt schon mal gehört und in der buddhistischen Psychologie ist Meditation eine Geistesschulung das heißt ich trainiere meinen Geist auf eine bestimmte Art und Weise zu denken und dabei trainiere ich vor allen Dingen so Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Konzentration. Das heißt ich trainiere meinen Geist bei einer Sache zu bleiben und gleichzeitig weiß ich aber auch was da im Oberstübchen so vor sich geht. Und das ist natürlich ein großer großer Vorteil um mehr Ruhe mehr Struktur reinzubringen. Und letztendlich ist es ja auch so dass Körper und Geist eins sind und das was bei uns im Kopf passiert spiegelt sich dann auch im Körper wider bzw. in unserem Leben. Das heißt wenn ich ganz ganz viel Unruhe im Kopf habe und mir 5000 Gedanken durch den Kopf jagen und vielleicht auch nicht immer nur positive sondern mich halt auch Sorgen und Ängste beschäftigen oder Zweifel. Dann wirkt sich das logischerweise auf meinen Körper aus. Das heißt der Körper reagiert. Das kennen vielleicht viele auch wenn sie so viele Gedanken im Kopf haben dass sie dann gar nicht schlafen können. Und letztendlich spiegelt sich das im Leben wider weil wenn der Kopf und der Körper unruhig sind dann ist auch im Rest des Lebens ein bisschen weniger Struktur. Und wenn ich also bei mir selbst anfange kann ich den Minimalismus letztendlich auch auf viele viele andere Bereiche in meinem Leben ausbreiten und auch eine Struktur reinzubringen und das persönlich glaub ich haben wir in unserem Gepäck auch allein schon die Art und Weise wie ich mein Gepäck auch packe hat sehr viel Struktur während wenn ich an meinen Kleiderschrank denke den ich damals hatte da war alles ein bisschen mehr Chaos als es jetzt ist. Von daher ich sage mal so Ich glaube Minimalismus im Kopf breitet sich dann letztendlich auch auf das Leben aus und haben wir nicht alle die Schränke voll.

00:24:21

Sonia: Ein schönes Schlusswort für die heutige Folge, oder?

00:24:24

Carolin: Genau. Bis zum nächsten Mal

00:24:27

Das war die heutige Folge von Mit Psychologie und Laptop um die Welt. Wenn ihr Fragen Anregungen oder Kommentare habt meldet euch gerne bei uns und wenn ihr noch ein bisschen lustige Fotos und Hintergrundinformationen über unser digitales Nomadenleben sehen wollt dann schaut doch mal bei Instagram vorbei oder natürlich gerne auch auf unserer Website. 

 

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