Folge 1

Digitales Nomadentum – Versuch einer Begriffsklärung

 von  | März 11, 2020 | Podcast | 0 Kommentare

 

Hängematte – Cocktail – Laptop am Strand. So stellen wir sie uns vor, die Digitalen Nomaden, oder? In der ersten Folge unseres Podcasts Mit Psychologie und Laptop um die Welt widmen wir uns der Frage, wer und was Digitale Nomaden eigentlich sind, was diese ausmacht und seit wann es diese gibt. Wir sprechen darüber, warum so viele Digitale Nomaden eigentlich in Bali und Chiang Mai sind und warum wir als Psychologinnen manchmal das Gefühl zu haben, nicht so ganz dazu zu passen. Natürlich geben wir auch einen Einblick in unsere ganz persönliche Version des digitalen Nomadenlebens. 

Und ja, ein Foto in der Hängematte hat Sonia natürlich auch gemacht, aber ob sie da auch wirklich arbeitet?!

Transkript der 1. Folge: Digitales Nomadentum - Versuch einer Begriffsklärung

 00:00:02

Carolin: Mit Psychologie und Laptop

 

00:00:06

Sonia: um die Welt. Ein Podcast von und mit Sonia und

 

00:00:09

Carolin: Carolin. Zusammen haben wir einige Titel zu bieten.

 

00:00:13

beide: Diplom-Psychologin

 

00:00:14

Sonia: Psychologische Psychotherapeutin

 

00:00:16

Carolin: Buddhistische Therapeutin und Autorin.

 

00:00:19

Sonia: Ach ja und einen Doktortitel hab ich auch noch.

 

00:00:22

Carolin: Als digitale Nomadinnen beraten wir unsere Klienten statt ganz klassisch in einer Praxis über die weiten Welten des Internets

 

00:00:30

Sonia: Und erkunden dabei seit vielen Jahren unsere wunderbare Welt. Immer mit dabei unser Laptop

 

00:00:35

Carolin: Und natürlich die Psychologie.

 

00:00:42

Sonia: Hängematte Cocktail Laptop am Strand. So stellen wir uns die digitalen Nomaden doch vor oder?

 

00:00:47

Carolin: Genau so. Hallo Sonia.

 

00:00:50

Sonia: Hallo Carolin.

 

00:00:51

Carolin: Heute wollen wir darüber sprechen was ein digitaler Nomade ist und was das digitale Nomadentum ausmacht. Und Nomaden gab’s ja eigentlich schon immer. So alt wie die Menschheit ist reisen die Leute umher. Aber was ist denn jetzt ein digitaler Nomade?

 

00:01:08

Sonia: Eine gute und tatsächlich auch eine schwere Frage denn wirklich gute Definitionen gibt es eigentlich gar nicht. Was meistens genannt wird ist dass digitale Nomaden Menschen sind die mit ihrem Laptop im Internet arbeitend durch die Welt reisen. Meistens sind das sehr westlich privilegierte Menschen die ortsunabhängig arbeiten können und dann gerne an günstigen in günstigen Ländern in Strandnähe wenn auch nicht direkt am Strand ihre Arbeit verrichten. Was meinst du Carolin?

 

00:01:39

Carolin: Ich denke da liegst du schon ganz richtig. Das ist ein neues Konzept zumindest das Digitale am Nomadensein ist ganz neu. Das haben wir erst seitdem das Internet so wunderbar schnell ist und überall ist. Wie du schon sagst es sind privilegierte Leute denn diese Leute reisen viel das kann nicht jeder mit seinem Reisepass aus anderen Ländern das sind häufig europäische Leute oder Nordamerika. Es gibt auch welche überall auf der Welt aber das sind so die Hauptgruppen die Privilegierten und meistens halten sie sich an schönen Orten auf und arbeiten auch gerne nicht ganz so viel wie der normale Bürger.

 

00:02:16

Sonia: Zumindest theoretisch das ist zumindest der Traum der einem verkauft wird. Ich glaube die Realität sieht oft anders aus aber darüber später noch mehr.

 

Sonia: Was ich glaube was ich wirklich auch immer wieder feststelle dass es durchaus auch digitale Nomaden in anderen nicht westlichen Ländern gibt. Ich bin mir nur nicht sicher ob die sich selber als digitale Nomaden begreifen würden und ob die sich diesem Begriff zuordnen würden.

 

00:02:37

Carolin: Ich glaube da hast du wirklich recht weil das ist halt schon wirklich so’n Lifestylebegriff geworden der überall und inflationär verwendet wird. Ich persönlich bezeichne mich auch nicht unbedingt so gern als digitaler Nomade selbst wenn ich da rein falle mit Sicherheit in diese Kategorie. Ja weil einfach also für mich ist es nicht ein negativer Begriff aber es schwingt halt so viel Vorurteil und so viel Stereotyp manchmal mit bei je nachdem mit wem man spricht. Ich habe auch schon Leute getroffen die nennen sich einfach nur Nomade selbst wenn sie am Computer arbeiten. Ich habe Leute getroffen die nennen sich Zigeuner oder Wanderer oder Weltreisender. Ich glaube viele Leute in Asien machen das schon ich habe auch Freunde die das machen. Aber die bezeichnen sich tatsächlich nicht so. Die sind dann Travelblogger oder irgendwie sowas in der Richtung.

 

00:03:25

Sonia: Ich finde es eine ganz spannende Bewegung innerhalb der digitalen Nomaden Szene die Frage ob man sich selber als digitaler Nomade bezeichnet oder nicht. Ich gehör tatsächlich zu denen die das ganz gerne machen weil ich der Meinung bin wir sollten den Begriff zurückerobern und ihn mit mehr Inhalt und mehr Realität füllen statt ihn einfach aufzugeben und den anderen zu überlassen. Wer auch immer die anderen dann sind aber ich kenne viele die auch im englischsprachigen lieber von Location independent also ortsunabhängigem Arbeiten sprechen. Ist ja auch die Frage wer überhaupt alles dazugehört also es gibt sehr viele unterschiedliche digitale Nomaden. Es ist immer wieder meine Erfahrung es gibt die die so wie wir ihr eigenes Business aufgebaut haben selbstständig sind und währenddessen eben auch reisen. Es gibt aber auch Freelancer die viel für andere arbeiten. Es gibt aber auch relativ viele und immer mehr Menschen die einfach angestellt sind und eine Arbeit haben die sie von zu Hause aus machen können und wenn sie da nicht an bestimmte Uhrzeiten gebunden sind und zum Teil selbst wenn dann arbeiten Sie halt mitten in der Nacht das habe ich auch schon gesehen. Dann können sie auch als Angestellter am Strand irgendwo in Strandnähe irgendwo sitzen.

 

00:04:34

Carolin: Ich glaube was viele gemein haben ist einfach tatsächlich dass sie wirklich ortsunabhängig arbeiten egal für wen oder für sich selbst oder für andere oder manchmal vielleicht auch gar nicht oder nur saisonbedingt und die Frage ist halt auch immer inwiefern ist das Ganze so ein Lifestyle. Inwiefern hat das auch einfach nur damit zu tun dass man wirklich von A nach B reist ohne wie ein wirklicher Nomade tatsächlich irgendwas zu brauchen. Also warum z.B. wechselt du den Ort. Warum bleibst du nicht an diesem wunderbaren Strand in Thailand wo alles so wunderschön ist und wo du alles hast was du brauchst. Warum ziehst du zum nächsten Ort. Eigentlich hat Nomadentum ja viel damit zu tun dass man für Wasser Salz Güter was weiß ich durch die Wüste zieht oder egal wo lang man ist ständig in Bewegung und das Notwendigste zu haben oder seine Familie zu versorgen. Das ist bei uns eigentlich nicht der Fall und deswegen finde ich hast du das schon ganz richtig gesagt es ist ein Privileg dieses Leben und eigentlich ist es auch nicht unbedingt eine Notwendigkeit.

 

00:05:40

Sonia: Absolut. Du hast gestern kurz gesucht wie viele digitale Nomaden gibt es eigentlich und du dazu irgendwelche Schätzungen im Internet gefunden erzähl mal.

 

00:05:48

Carolin: Ich habe Zahlen gefunden die mit Sicherheit nicht repräsentativ sind aber da stand es gibt auf der Welt ungefähr fünf Millionen digitale Nomaden. Leute die sich als digitale Nomaden bezeichnen. Da ist natürlich die Frage wie lange sind sie das schon und wie lange werden sie das bleiben. Aber für mich zumindest scheint es eine sehr vertretbare Zahl zu sein. Etwas was ich durchaus glaube. Und dann stand da dass 17 Millionen weitere Leute diesen Lebensstil anstreben und versuchen sich dahingehend etwas aufzubauen und wenn wir mal schauen und bei Facebook gibt es ja auch viele viele Gruppen wo es diesen Traum halt auch gibt wo Leute sich unterstützen und versuchen gerade so ein Leben zu führen.

 

00:06:31

Sonia: Und dann gibt das Umgekehrte das gefühlt nach drei vier Jahren digitalen Nomadentum ganz viele wieder sesshaft werden. Aber das ist auch die Frage für wie viele ist das eine vorübergehende Phase und für wie viele es ist wirklich ein dauerhafter Lebensstil. Das ist glaube ich etwas was die Zukunft erst zeigen wird. Was aber eine ganz spannende für mich persönlich ganz spannende Frage ist. Ich kenne es auch bei meinen digitalen Nomaden Freunden immer wieder die Diskussion wer ist denn eigentlich digitaler Nomade und ist man noch digitaler Nomade wenn man zum Beispiel eine homebase ein Zuhause hat eine Wohnung vielleicht irgendwo in der man ein paar Monate oder auch ein Großteil des Jahres verbringt. Trotzdem ortsunabhängig arbeitet und zwischendurch immer mal reist. Ist digitales Nomadentum eher eine innere Einstellung oder eine tatsächlich ein tatsächliches Reiseverhalten. Es gibt digitale Nomaden die sehr langsam reisen. Es gibt welche die eher schneller reisen die sehr viele unterschiedliche Länder sich angucken Es gibt welche die auch mal eher ein Jahr an einem Ort bleiben.

 

00:07:28

Carolin: Und kann man auch digitaler Nomade sein wenn man an seinem eigenen Land ist.

 

00:07:13

Sonia: Auch das eine gute Frage. Vielleicht sollten wir deshalb einfach mal sagen wie wir das denn sehen. Was ist unsere Definition von Digital Nomadenleben oder unsere Auffassung von wer gehört dazu und wer nicht

 

00:07:44

Carolin: Ich glaube so richtig definiert habe ich es noch nie für mich es klingt fast so wenn du sagst wie wie andere digitale Nomaden das vielleicht auch so sehen als ob es da so eine Art Einstufungstest gibt. Als ob es wirkliche Definition gibt die es meiner Meinung nach auch nicht wirklich gibt vor allen Dingen wenn es so Leute sind die temporär irgendwieübersetzer Jobs machen oder irgendwas in der Art um ihre Reise zu finanzieren. Solche Leute würde ich z.B. aus der digitalen Nomaden Definition herausnehmen. Aber das ist eher so ein Gefühlsding. Für mich ein digitaler Nomade ist jemand per ortsunabhängig ist definitiv der durch das Internet sein Geld verdient. Es ist aber auch jemand der es ist jetzt wirklich schwer. Ich finde es wirklich schwer. Vielleicht kann ich einfach sagen wie ich mich selbst oder warum ich selbst digitaler Nomade bin und zwar weil ich diese Grundvoraussetzung meiner Ansicht nach erfülle. Ich arbeite online und ich reise viel aber ich merke auch bei mir dass ich dieses Bedürfnis habe auch weiterzuziehen. Also ich habe dieses Nomadengen wenn du so willst. Irgendwas zieht mich immer weiter auch wenn es keinen guten Grund gibt manchmal.

 

00:08:49

Sonia: Ich erkläre es oft so dass es einen persönlichen Unterschied glaube ich gibt zwischen den Menschen denen die Veränderung gut tut und die die Veränderung in sich tragen und diesen Wunsch nach Reisen wie du ihn gerade beschrieben hast und den Menschen die ein bisschen mehr Stabilität wollen die dann aber trotzdem nach einer Weile vielleicht gerne etwas Neues sehen möchten weil sie sich gerne neuen Eindrücken aussetzen möchten neue Dinge lernen möchten neue Länder erkunden. Aber es gibt auch diese mehr die das Nomadengen vielleicht in sich haben die wirklich entweder getrieben sind oder die Freude an der Veränderung haben. Ich selber erlebe das immer wieder als großen Vorteil Ich habe den Eindruck dass jeder neue Ort mir eine neue Chance gibt neue Sachen auszuprobieren nicht nur im Sinne von vor Ort was Neues kennenzulernen sondern auch in und mit mir selbst meine Routinen anzupassen zu verändern neue Dinge auszuprobieren und ich selber habe da den Eindruck dass mir die Veränderung tatsächlich sehr gut tut

 

00:09:40

Carolin: Geht mir auch so. An vielen Orten geht mir das auch komplett so. Manchmal sind Routinen aber auch ganz schwierig beizubehalten. Da werden wir ein andermal noch darüber sprechen aber das stimmt es hat glaub ich sehr viel mehr was mit einem selbst zu tun als tatsächlich mit der Tatsache dass irgendwie außen um einen herum was passiert. Also Digitale Nomaden finde ich sind seltener die Leute die eine bestimmte Checkliste haben an Sachen die sie sehen wollen oder Sachen die sie unbedingt an diesem einen Ort erfahren wollen sondern es geht mit Sicherheit nicht bei allen aber bei vielen auch einfach darum was mache ich jetzt mit meiner Zeit einfach an einem anderen Ort. Ich sage gerne dass bei mir der Tagesablauf relativ gleich bleibt aber die Geografie verändert sich. Ich habe meinen wöchentlichen Rhythmus und dann bin ich halt am Wochenende entweder am Strand oder an den Bergen oder am See. Das ändert sich aber vieles bleibt gleich. Und trotzdem genieße ich die Veränderung sehr.

 

00:10:38

Sonia: Eine andere spannende Frage ist wo treiben sich denn digitale Nomaden herum. Es gibt ja so sogenannte Digitale Nomaden Hochburgen wo gefühlt alle Digitale Nomaden hin strömen. Welche davon hast du schon besucht Carolin?

 

00:10:51

Carolin: Ich war auf Bali und Bali ist und bleibt wahrscheinlich auch für viele weitere Jahre die digitalen Nomaden Hochburg schlechthin. Und es gibt natürlich auch viele weitere Plätze in Asien wo warst du?

 

00:11:05

Sonia: Ja gerade in Chiang Mai war ich erst vor noch nicht ganz so lange Zeit. Hab da einen Monat mit anderen digitalen Nomaden Freunden verbracht und gestaunt über diese Welt der digitalen Nomaden die ich sonst nicht so oft tatsächlich sehe weil ich doch oft einfach auch andere Länder besuche mich anders mein Reiseverhalten wahrscheinlich anders is als das von vielen gerade von den Anfänger digitalen Nomaden oder denen die vielleicht noch nicht ausreichend Geld verdienen um auch in anderen Ländern zu überleben und vielleicht auch das Leben genießen zu können.

 

00:11:41

Carolin: Normalerweise ist es nämlich tatsächlich so dass vor allen Dingen die Anfänger erst mal nach Asien gezogen werden nicht wahr. Das liegt vor allen Dingen daran dass diese Länder einfach zu bereisen sind. Der Tourismus ist da schon viele viele Jahre präsent und natürlich der größte Faktor ist auch schnelles Internet unglaublich wichtig und die Länder sind einfach günstig man kann mit relativ wenig Geld erst mal dahin gehen das Business möglicherweise sogar anfangen aufzubauen auch wenn man noch gar keins hat und man schafft es erst mal eine ganze Weile zu überleben. Und dadurch dass es natürlich so Digitale Nomaden Hochburgen gibt kann man sich da auch unglaublich gut vernetzen und sich unglaublich gut gegenseitig motivieren sich Zuspruch geben. Und man ist halt von Gleichgesinnten umgeben

 

00:12:26

Sonia: Das stimmt das ist eigentlich ein großer Vorteil und natürlich auch etwas was wir als Menschen immer wieder wollen und suchen. Wir wollen unseres gleichen finden und gleichzeitig finde ich die Ausmaße die das in so Städten wie Chiang Mai annimmt zumindest wenn man in dem Teil der Stadt ist wo die ganzen digitalen Nomaden sind. Das nimmt schon komische Auswüchse an. Und mir ist das relativ fremd muss ich ehrlich gesagt sagen. Ja es gibt sehr leckeres Essen in Chiang Mai und man kann auch günstig zur Massage gehen. Aber alles andere hat für mich wenig wirklich Attraktives. Die Gespräche die ich dort gehört habe waren erfüllten wirklich so alle Klischees die man sich so vorstellen kann über digitale Nomaden. Also gefühlt jedes zweite Mal wenn ich oder eigentlich jedes Mal wenn ich im Café saß oder am Nachbartisch über Steuerflucht und die besten Modelle zur Steuerflucht oder über Dropshipping und wie man möglichst schnell Geld verdienen kann oder auch über hübsche Frauen geredet die man vor Ort vielleicht finden kann. Also diese Klischees über digitale Nomaden die sind glaube ich leider tatsächlich nicht ganz auf der Luft aus der Luft gegriffen. Aber es gibt natürlich auch viele andere. Und ich selber sehe für mich nicht wirklich das Ziel dieses Lebens nur mit meinesgleichen umgeben zu sein. Natürlich möchte ich auch digitale Nomaden Freunde haben und finde es wunderschön dass ich welche habe und wir uns regelmäßig an verschiedenen Orten auf der Welt treffen können. Aber das ist nicht der Einzige oder der Hauptgrund warum ich reisen möchte. Ich möchte auch nicht nur von meinesgleichen umgeben sein.

 

00:13:56

Carolin: Ja ich finde da hast du vollkommen Recht vor allen Dingen. Ich finde es immer sehr bedenklich ehrlich gesagt auch diese Hotspots. Weil letztendlich sind es viele Leute wie wir schon gesagt haben aus privilegierten reicheren Ländern und. Diese digitalen Nomaden vergessen manchmal was für einen Einfluss sie auf die dortige Kultur haben auf das dortige Land auf die Leute die da leben und arbeiten und häufig so Orte wie Chiang Mai und Bali. Ich war selbst noch nicht in Chiang Mai aber ich war auf Bali und ich habe ein ähnliches Gefühl wie du. Also ich hab ich bin erst mit ganz tollen Erwartungen dahin gefahren jeder fährt irgendwie nach Bali und ich habe gedacht ok cool da kann ich dann auch zum Yoga gehen und Smoothies trinken und mich mit ganz vielen Leuten vernetzen und vielleicht auch etwas aufbauen. Und am Ende fand ich es dann aber doch eher sehr bedenklich und ich habe diese Leute gemieden oder diese Bereiche gemieden wo es so sehr darum ging weil ich mich eigentlich nach anderen Erfahrungen gesehnt habe weil ich es als so empfunden habe dass an diesen Orten an den schönen bekannten Stränden eigentlich nur dieser westliche Lebensstil rüber kopiert wurde. Man sieht die gleichen Cafés wie man sie in Berlin Köln New York was weiß ich sehen würde. Man hat das gleiche Nahrungsangebot also es ist irgendwie nichts Indonesisches mehr gewesen oder nichts Balinesisches mehr. Und das hat für mich dann tatsächlich diese Grundkomponente entfernt die für mich so wichtig ist diese Veränderung dieses neue dieses was anderes. Ich sage manchmal gern Ich bin abhängig nach Veränderung Ich finde das schön und da hab ich es eben gar nicht gehabt. Da hatte ich das Gefühl ok ich spreche zwar Englisch aber ich höre auch ganz viel Deutsch und ich hör auch ganz viel Französisch und es ist immer noch ein bunter Mix aber es hat mir nicht dieses Gefühl gegeben von ich bin irgendwo anders. Und wie du schon sagst häufig dreht es sich dann irgendwie auch um immer das Gleiche. Und ich glaube dadurch dass wir diese westliche Kultur da so stark hineinbringen verwestlichen wir auch den Rest der Welt immer mehr und dadurch verliert sich meiner Meinung nach so ein bisschen die Vielfältigkeit überall. Jeder Ort wird irgendwann gleich. Ich reise überall hin und habe immer die gleichen Cafés und die gleichen Restaurants und das nimmt für mich so ein bisschen den Reiz an der ganzen Sache muss ich tatsächlich sagen Deswegen reise ich dann lieber irgendwo hin wo ich die digitalen Nomaden halbwegs vermeiden kann und lieber mich dann online mit denen treffe so wie wir das häufiger tun.

 

00:16:29

Sonia: Ja. Absolut. Ich reise selber auch einfach tatsächlich total gerne in ganz unterschiedliche Länder. Ich habe den Eindruck diese digitalen Nomaden Hotspots sind ja doch oft in den sehr günstigen Städten und Ländern auf der Welt. Ich habe 2019 jetzt mehrere Monate in Japan verbracht war in Neuseeland in Australien bin ich auch regelmäßig. ür mich wäre das nicht das Richtige nur in solchen Ländern unterwegs zu sein aber natürlich muss man dafür auch ein ausreichendes Einkommen haben denn tatsächlich ist Japan ziemlich teuer gerade Unterkünfte sind dort eher eher teuer und viele digitale Nomaden sind doch eher damit beschäftigt sich ihre 1 2 Euro am Tag für die Mahlzeit zusammenzukratzen. Ich glaube nicht dass das langfristig funktionieren kann ich denke dass die die wirklich langfristig dabei bleiben auch die sind die tatsächlich richtig Geld verdienen. Sage ich mal normal was auch immer das heißen mag Geld verdienen. Wir haben natürlich auch unglaublich gute Voraussetzungen dafür denn die meisten von uns verdienen ja Euro oder Dollar oder ähnliches und haben damit natürlich eine relativ gute Kaufkraft. Ich glaube ein anderer Unterschied aber auch der uns von anderen Digitalen Nomaden unterscheidet zumindest von vielen anderen ist dass wir. Meine Freunde sagen immer Du hast einen richtigen Job. Du hast nicht nur so was selbst ausgedachtes um diesen Lebensstil zu leben sondern wir haben beide einen Weg gefunden das was wir vielleicht auch sonst gemacht hätten was wir gelernt haben wofür wir ausgebildet sind. Wir haben ein Weg gefunden das auch online zu machen. Das heißt wir haben zwar einen neuen Lebensstil begonnen wir haben auch ein Business aufgebaut aber wir mussten nicht komplett alles neu erfinden. Wir mussten im Prinzip nur das was wir sonst auch offline gemacht hätten oder gemacht haben auf die Online-Welt ummünzen. Und damit glaube ich unterscheiden wir uns schon relativ deutlich von einem Großteil der digitalen Nomaden. Bei denen der Lebensstil zuerst kommt und die dann im zweiten Schritt versuchen herauszufinden womit kann ich denn mein Geld verdienen damit ich mir dieses Leben erlauben darf.

 

00:18:28

Carolin: Und deswegen findet man an solchen Hotspots wahrscheinlich auch häufiger die Themen Affiliate Marketing und wie mache ich das und wie verdiene ich Geld. Einfach weil diese Leute noch gar nicht so wirklich etabliert sind nicht wahr.

 

00:18:39

Sonia: Und dann zeigt sich eben auch dieses den Traum verkaufen das haben wir ja auch schon angedeutet dass eben doch das was ist was womit viele digitale Nomaden versuchen ihr Geld zu verdienen ist dass die anderen verkaufen wie man auch digitaler Nomade werden kann oder wie man auch ein bestimmtes Businessmodell haben kann oder wie man eben Affiliate MarketingDropshipping wie man vielleicht auch Reiseblogger noch werden kann obwohl man damit heutzutage wahrscheinlich eher wenig Geld verdienen kann und wenn man sich diese Leute mal genauer anguckt dann haben die zwar Unmengen an Followern online und sind da sehr präsent und wirken richtig erfolgreich aber wenn man sich mit denen unterhält oder mit Leuten die die wirklich kennen dann hat man doch eher den Eindruck die sind nicht nur in Chiang Mai weil sie es dort schön finden sondern die sind wirklich in Chiang Mai oder Bali weil sie sich nichts anderes leisten können das heißt die verkaufen einen Traum leben den aber selber gar nicht unbedingt.

 

00:19:28

Carolin: Deswegen ist es so schwer diesen Begriff auch zu greifen weil ich will nicht sagen dass digitale Nomaden nur die sind die gutes Geld verdienen oder etwas machen was ein richtiger Job ist. Aber manchmal stelle ich mir vor man würde einfach mal alle entfernen die nicht wirklich was produzieren die nicht irgendein Produkt an jemanden geben. Was nicht unbedingt ist oh du wird es auch ein digitaler Nomade werden oder ich coache Coaches oder ich helfe Leuten anderen Leuten zu helfen digitale Nomaden zu werden. Dann glaube ich reduziert sich das um eine ganz große Zahl und ich glaube auch nicht dass es etwas Schlechtes ist wenn man jetzt keinen Tisch baut oder sowas. Wir sind da natürlich sehr eingeschränkt das ist schon klar Man kann nicht jeden Job online ummünzen. Aber ich glaube die Leute die tatsächlich ein eigenes Produkt kreieren sind letztendlich vielleicht auch manchmal die die mehr Erfolg haben oder zumindest langfristiger Erfolg haben.

 

00:20:25

Sonia: Ja vielleicht sollten wir zum Schluss dieser Episode noch ein bisschen darüber reden wie denn unser Leben als digitaler Nomade so aussieht. Carolin magst du ein bisschen erzählen wie denn so deine du hast schon erzählt Du hast so eine Wochen Wochenablauf eine Tagesstruktur. Wie sieht denn dein Alltag als digitaler Nomade aus so in der Kurzform denn ich glaube wir werden in einer späteren Folge nochmal ausführlicher darüber reden.

 

00:20:48

Carolin: Mein Tag sieht eigentlich interessanterweise fast genauso aus wie der Tag von jedem anderen auch da unterscheidet sich dann wahrscheinlich sehr stark die Traumwelt von der Realität wenn ich so an Freunde Familie und Bekannte denke dann glauben die ganz viel dass ich ganz viel Zeit am Strand verbringe oder ganz viel Urlaub mache. Dem ist nicht der Fall. Ich stehe morgens genauso auf ich mache meinen Kaffee ich beantworte meine E-Mails habe häufig Termine mit Klienten und das sind so meistens idealerweise bei mir vier Tage die Woche. Ich habe ein bisschen längeres Wochenende das kann ich mir gönnen und verbring dann den Rest des Tages natürlich auch mit so Sachen wie Wäschewaschen oder den Abwasch machen oder kochen. Also eigentlich ist der Alltag nicht so spektakulär wie man sich das möglicherweise vorstellen mag. Natürlich erlebe ich wie du vorhin auch schon angedeutet hast an jedem Ort auch mal was Neues Ich kann immer mal was anderes machen an einem Ort geh ich Schnorcheln am nächsten gehe ich wandern. Aber trotzdem bleibt die Tagesstruktur oder die Wochenstruktur relativ gleich weil ich auch glaube dass man nur mit einer halbwegs guten Routine Dinge aufbauen kann. Nur wenn ich mich regelmäßig mit meinem Business beschäftige oder mit dem wo ich hin möchte werde ich da auch langfristig etwas erreichen und ich bin halt lieber jemand der immer mal wieder regelmäßig Dinge tut als dass ich mich ein Tag 10 12 Stunden hinsetze und wie verrückt durcharbeite und ansonsten was so die Ortsveränderung angeht bin ich ja eigentlich so. Es kommt immer drauf an auch sehr unterschiedlich unterwegs mal schnell mal langsam. Ich passe mich da eigentlich ganz gerne daran an wie ich mich fühle ja auf was ich gerade Lust Lust habe auf Berge oder Meer oder auf verrücktes Land oder etabliertes organisiertes Land. Und von daher kann man das gar nicht so genau sagen aber das Traumbild wie es viele Leute zu Hause sehen ist auf jeden Fall nicht unbedingt so wie es in den sozialen Netzwerken präsentiert wird.

 

00:22:51

Sonia: Und das wird immer spätestens dann zum Problem wenn Freunde oder Verwandte einen besuchen wollen und die haben dann Urlaub und denken wir haben ja auch Urlaub also können sie auch mit uns drei Wochen Urlaub machen. Da sieht die Realität nun doch oft etwas anders aus.

 

00:23:02

Carolin: Genau so ist das. Und Sonia du hast ja auch schon gesagt Du machst das auch jetzt seit fünf Jahren. Was ist so unterm Strich deine Bilanz. Ist das für dich was was du vielleicht auch früher erwartet hätte dass du so etwas irgendwann mal machst. Oder ist das für dich  eine totale überraschung gewesen dass dir das so gut gefällt.

 

00:23:20

Sonia: Ich bin da mit ganz wenig Erwartungen rangegangen ich bin eher so zufällig zu dem digitalen Nomadentum gekommen und habe mich im Prinzip immer mehr in das digitale Nomadentum oder das Leben als solches verliebt glaube ich. Es ist aber auch wie du sagst es ändert sich immer wieder. Ich reise auch mal schneller mal langsamer mein Reiseverhalten wird relativ viel durch Events beeinflusst. Also wenn ich eine Konferenz besuche oder ich zu einem Familienereignis gehen möchte oder auch mal Weihnachten mit der Verwandtschaft feiern oder so und da ich ja auch mit meinen Klienten relativ viele Termine in der Woche habe ist es so dass ich versuche nicht allzu oft die Seite der Welt zu wechseln. Also dass ich versuche so grob in einer Zeitzone zu bleiben. 2019 war ich zum Beispiel überwiegend in Australien und Asien und Neuseeland unterwegs. Das war dann immer mal so plus minus vier fünf Stunden Zeitunterschied für mich persönlich. Aber meine Klienten selber sind zum Großteil in Europa in unterschiedlichen europäischen Ländern Afrika Südamerika Nordamerika auch in Asien bis hin zu Australien das heißt damit nicht jeder komplett seinen Rhythmus ändern muss und wir nicht ständig alles um sortieren müssen versuche ich immer selber zumindest etwas länger in einer in einem Teil der Welt zu bleiben. Im Jahr davor war ich sechs Monate in Lateinamerika zum Beispiel. Und für mich beeinflusst das tatsächlich auch sehr stark wie ich arbeite. Aber über dieses Arbeitsverhalten und unser Reiseverhalten werden wir in den nächsten Folgen ja auch noch ausführlicher berichten. Deswegen können wir uns da heute vielleicht kurz fassen. Aber auf jeden Fall bin ich jemand der total von diesem Leben überzeugt ist. Mir persönlich liegt es. Ich glaube auch nicht dass es für jeden geeignet ist. Ich finde es eine spannende Möglichkeit sollen gerne mehr Leute ausprobieren aber vielleicht mit ein bisschen mehr langfristigem Plan das kann ich jedem nur sehr empfehlen.

 

00:25:13

Carolin: Ja und da hoffen wir natürlich dass wir ein bisschen was dazu beitragen können unseren Hörern zu vermitteln wie es tatsächlich aussieht und auch vielleicht über so ein paar Schwierigkeiten werden wir berichten in den nächsten Episoden was uns so aufgefallen ist.

 

00:25:26

Sonia: Ja wir freuen uns sehr auf eure Kommentare Rückmeldungen. Falls ihr Ideen habt was haltet ihr vom digitalen Nomadentum habt ihr was habt ihr bisher schon darüber so gehört welche Vorurteile und Klischees sind euch vielleicht schon begegnet. Vielleicht seid ihr auch selber digitaler Nomade meldet euch schreibt uns kommentiert. Wir freuen uns.

 

00:25:46

Carolin: Vielleicht wisst ihr wie man einen digitalen Nomaden am besten definiert

 

00:25:50

Sonia: und wie viel es tatsächlich davon gibt. Meldet euch. Wir freuen uns.

 

00:25:54

Carolin: Bis zur nächsten Episode von mit Psychologie und Laptop

 

00:25:58 

Sonia: um die Welt.

 

00:26:04

Sonia: Das war die heutige Folge von Mit Psychologie und Laptop um die Welt. Wenn ihr Fragen Anregungen oder Kommentare habt meldet euch gerne bei uns und wenn ihr noch ein bisschen lustige Fotos und Hintergrundinformationen über unser digitales Nomadenleben sehen wollt dann schaut doch mal bei Instagram vorbei oder natürlich gerne auch auf unserer Website. Tschüss

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